Wieselmeerschweinchen

Galea musteloides

 

 

 

Wieselmeerschweinchen - Arten:

                  • Galea flavidens
                  • Galea musteloides
                  • Galea  spixii

 

Das Verbreitungsgebiet dieser Tiere erstreckt sich über Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Peru.

In Trockensavannen und Gebieten mit Buschvegetation leben sie zusammen in kleineren bis größeren Kolonien. Büsche und unbewohnte Höhlen dienen ihnen als Unterschlupf.

Sie ernähren sich in der Natur von Gras, Laub, Rinden, Früchten, Wurzeln und Samen.

Adulte Tiere erreichen eine Größe von 15 - 20 cm, bei einem Gewicht von etwa 400 bis 500g.

Nach einer Tragzeit von 53 Tagen bringen sie 1 bis 4 Junge, seltener auch mal 5, mit einem Geburtsgewicht von 40 bis 50g zur Welt.

Die Lebenserwartung liegt bei etwa 5 Jahren.

Wieselmeerschweinchen unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild durch folgende Eigenschaften von den Wildmeerschweinchen:                                           Sie sind im Gegensatz zu den Wildmeerschweinchen kleiner und kompakter im Bau, etwas heller in der Wildfärbung, mit auffallend hellen Augenringen und auch größeren Augen.

Das Fell ist sehr weich, kurz und anliegend ohne herausstehende Grannenhaare.   Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Anzahl der Zitzen. Wieselmeerschweinchen besitzen vier, Wildmeerschweinchen nur zwei. Am Unterkinn haben sie eine ca. 0,7 cm große Kahlstelle, hinter der sich eine kleine Drüse verbirgt.                                                                                       Wieselmeerschweinchen haben eine gelbe Zahnfarbe , die der Wilden ist weiß.                           Wieselmeerschweinchen zeigen im Vergleich zu Wild- und Felsenmeerschweinchen größere Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen, so dass auch mehrere adulte Tiere des gleichen Geschlechts zusammen gehalten werden können.  Eines meiner Rudel bestand einst aus ca. 80 Tieren, in gleichstarkem Geschlechterverhältnis. Dennoch lebten sie in friedlicher Einigkeit miteinander.

Nach neuesten Untersuchungen der Universität Münster, haben die Weibchen mehr Junge und weniger Fehlgeburten, mit je mehr Männchen sie sich paaren.                                         (Quelle: Mannheimer Morgen, Seite 3, 27.2.01, Werner Koep).

Ist ein Weibchen brünstig, wird es oft minutenlang getrieben. Das Männchen legt dabei sein Kinn auf den Rücken des Weibchens und treibt es durch das Gehege. Dabei stoßen die Männchen ständig hohe Töne aus. Durch zeitweiliges Festbeissen der Böcke im Rückenfell erleiden die Weibchen häufig einen mehr oder weniger starken Fellverlust.

Wieselmeerschweinchen werden in Gefangenschaft um einiges zutraulicher als Wildmeerschweinchen, was sicher ihrer großen Neugier und Spitzfindigkeit zu verdanken ist. Bereits zahme Tiere erinnern von ihrer Zudringlichkeit ein wenig an Hörnchen. Besonders wenn sich die Gehegetür öffnet und die Aussicht auf einen Leckerbissen besteht, herrscht dichtes Gedränge an der Front. Sie lassen sich dabei durchaus auch am Körper kraulen. Geöffnete Türen dürfen nie unbeobachtet gelassen werden, da die Wieselmeer- schweinchen durch unvorsichtig weites herausbeugen recht Absturzgefährdet sind.

Hörbare Laute geben Wieselmeerschweinchen nur selten von sich, eigentlich nur dann, wenn sich Tiere im Rudel untereinander jagen, wobei die Lautäußerungen völlig anders als die der Hausmeerschweinchen klingen.

Gern wälzen sich die Tiere auf Steinen, Sand oder glatten Unterflächen.                   Besonders häufig konnte ich das Wälzen bei Männchen beobachten, entweder trat dieses Verhalten bei ihnen mitten in einem Machtkampf mit anderen Böcken auf, nach dem Ausmisten der Gehege oder des öfteren auch mal so. Vermutlich könnte dieses Verhalten ein Markieren ihres Revieres bedeuten?

Über den Tag verteilt haben Wieselmeerschweinchen mehrere Schlaf - und Wachphasen.

Von Haus- und Wildmeerschweinchen kennt man das „Zähneklappern als Zeichen von Erregung, dies kann man bei den Wieselmeerschweinchen nicht beobachten. Bei Erregung trommeln sie stattdessen mit den Hinterfüßen.

Die Urinfarbe der Wieselmeerschweinchen ist recht dunkel und etwas rötlich.          Zu Abwehrzwecken untereinander und zur Reviermarkierung bedienen sie sich des Harnspritzens.

Die Wieselmeerschweinchen bilden einen festen Familienclan, ein fremdes Tier wird nur ungern geduldet, wenn nicht gar geächtet bzw. versucht zu verbannen. Es gelingt somit nicht immer, in ein bestehendes Wieselmeerschweinchen- Rudel einzelne oder mehrere Fremdtiere zu integrieren.

Ein harmonisches Rudel zeichnet sich durch ein ruhiges Leben miteinander aus, sie liegen zu Knäueln dicht bei- und manchmal übereinander gekauert auf engstem Raum.

Reine Böckchen – Gruppen harmonieren in der Regel ebenso gut.

Haus- u. /o. Wildmeerschweinchen sind nicht mit dem Wieselmeerschweinchen kreuzbar, daher könnte man sie theoretisch paarweise zusammenhalten ohne Nachwuchs befürchten zu müssen. Da sich diese beiden Gattungen sehr im Verhalten voneinander unterscheiden, wissen beide nicht allzuviel miteinander anzufangen, d.h. die Vergesellschaftung von zwei Meerschweinchen aus ein – und derselben Gattung ist auf jeden Fall geeigneter!

Die Wieselmeerschweinchen können ganzjährig im Freien gehalten werden.          Dabei ist zu beachten, dass ihre Gehege überdacht sind, um sie vor Nässe zu schützen. Im Winter wird eine Plane als Windschutz an den Gehegen angebracht. Trotz großer Vorliebe für Sonnenbäder, müssen sie vor allzu intensiver Sonnen- und Hitzeeinwirkung –wie alle Meerschweinchen– geschützt werden.                     Werden Wieselmeerschweinchen im Freilauf gehalten, ist zu beachten, dass die Tiere bei Gefahr und Angst aus dem Stand bis zu 60 cm hoch springen können. Daher sollte der Freilauf nach oben geschlossen sein.                                              Wieselmeerschweinchen sind sehr bewegungsfreudig, benötigen möglichst geräumige Gehege, mit Unterschlupf- und Klettermöglichkeiten. Ideal sind auch Vorsprünge an den Gehegewänden zum hochspringen.

Gefüttert werden die Wieselmeerschweinchen wie die Wildmeerschweinchen, wobei ihr Futterbedarf nicht so hoch ist. Auch hier ist auf ausreichende Vitamin C Zufuhr zu achten. Ihrer ausgeprägten Nagewut kann man mit gelegentlichen Leckerbissen wie hartes Brot oder frischen Obstbaumzweigen entgegenkommen.

 

 Videoclip: Wieselmeerschweinchen

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