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Gemeinsam unterwegs auf dem
"Pilgerweg der Versöhnung"

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Presseinformation

12.2002
Nacht der Lichter mit Liedern aus Taizé im Altenberger Dom.


Zum zweiten Mal fand im Altenberger Dom - ausgehend vom Friedenslicht aus Betlehem - am vergangenen Freitag eine Nacht der Lichter mit Liedern aus Taizé statt.

Seit 1995 treffen sich an jedem 3. Freitag im Monat um 19:00 Uhr Christen aller Konfessionen und Gottsuchende in der Markuskapelle von Altenberg, um gemeinsam zu beten. Dies geschieht durch Anhören von biblischen Texten und Singen von meditativen Liedern, die die Gottesdienstteilnehmer aus Taizé kennen. Viele von ihnen waren schon einmal Gäste bei den Brüdern von Taizé, einem unscheinbaren Ort in Burgund.

Mehr als 100 Brüder aus allen Konfessionen und Erdteilen haben sich der 1949 gegründeten ökumenischen Communauté (Gemeinschaft), die von allen Kirchenleitungen anerkannt ist, angeschlossen.

Der Prior der Gemeinschaft ist Frère (Bruder) Roger Schutz, der vor 60 Jahren die Schweiz verließ und sich im Dorf Taizé niederließ, um einem Leben in täglicher Einfachheit und Güte des Herzens nachzukommen. Schon bald erkannten viele, das dieses Leben richtungsweisend ist, ein Leben, das immer wieder darauf verweist, Gemeinschaft mit Gott einzugehen.

   


So ist auch das regelmäßige Gebet in der Markuskapelle geprägt von schlichter Einfachheit. Einmal im Jahr erhellt eine Nacht der Lichter das Gebet, das aufgrund der vielen Teilnehmer im Dom von Altenberg stattfindet. Es ist ein Gebet in Freude über Jesus Christus, der unsere Hoffnung ist, der das Licht ist, das die Finsternis erhellt. Er ist es, der jeden Menschen einlädt, die Liebe Gottes zu erfahren. Jeder Gottesdienstteilnehmer entzündet seine Kerze am Licht aus Betlehem.

Das Licht, das in diesem Jahr von der 6-jährigen Nadeen Kammar in der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem entzündet wurde und über den Kölner Dom auch den Altenberger Dom erreichte, will deutlich machen, dass Jesus Christus zu uns gekommen ist, um allen Menschen auf Erden den Frieden zu bringen, denn Gott will, dass alle Menschen glücklich sind, selbst in den dunklen Stunden. Oft ist es auch schon zum Zeichen der Versöhnung geworden, wenn es jemand zu Menschen gebracht hat, mit denen er zerstritten war.

Das Licht ist aus Betlehem ist kein magisches Zeichen, das den Frieden herbeizaubern könnte. Es erinnert uns als Symbol vielmehr an unsere Pflicht, uns für den Frieden einzusetzen. So wie das Licht von Hand zu Hand weitergegeben wird, müssen wir auch den Frieden von Mensch zu Mensch wachsen lassen. So wie wir die kleine Flamme sorgsam behüten, müssen wir auch den Frieden behüten. So wird das Friedenslicht auch zum Zeichen der Hoffnung.

Diese Nacht wurde von vielfältigen Instrumenten und klangvollen Gesängen durch den Chor GLISSANDO aus Aachen begleitet. Mehr als 300 Kerzen erleuchteten an diesem Abend den Dom.

Zum Abschluß des Gebetes wurde um Spenden für die engagierte Obdachlosenarbeit der FranziskanerInnen in Köln gebeten.
(Roland Wagner)

 


Das Friedenszeichen aus der Geburtsgrotte
Bergische Landeszeitung / Kölnische Rundschau 24.12.2003
Von MICHAEL BIERTHER

07:14 Uhr


ALTENBERG. Mehr als dreihundert Kerzen flackern, dazu erklingt ein „Gloria“.
Es ist eine besinnliche Weihnachtsstimmung bei der Nacht der Lichter. Ruhig, getragen und schlicht. Weit weg vom Vorweihnachtsstress. Anscheinend eine Stimmung, nach der sich viele Leute sehnen. Denn das Abendgebet mit Gesängen aus Taizé, das am Sonntagabend zum dritten Mal stattfand, lockte weit mehr als dreihundert Besucher nach Altenberg.

Der Dom war voll bis auf den letzten Platz. Mit Kerzen in den Händen beteten und sangen die Besucher Lieder aus Taizé. Zwischen den Gesängen wurden geistliche Texte vorgelesen. Zum Beispiel das Vorwort des Johannesevangeliums.

In dem Text wird Jesus unter anderem als das Licht der Welt beschrieben. Ein Bild, das die Veranstalter an dem Abend bewusst gewählt haben. „Mitte Dezember ist ja die dunkelste Jahreszeit“, sagt Roland Wagner, einer der Organisatoren. „Wir wollen zeigen: Da kommt Licht auf uns zu, nämlich Jesus Christus.“

Mit diesem Gedanken verbunden ist die Hoffnung auf Frieden. Alle Kerzen wurden deshalb am Friedenslicht aus Bethlehem entzündet. Einem Licht, das seit 1986 in der Vorweihnachtszeit auf der ganzen Welt verteilt wird. Jedes Jahr wird es in der Geburtsgrotte von Bethlehem entzündet. Über Wien und Köln gelangte es am Sonntagabend auch nach Altenberg, wo es von Besucher zu Besucher durch die Bankreihen ging.

So wie das Licht, hofften die Veranstalter, solle der Frieden unter den Menschen weitergegeben werden. Denn Roland Wagner ist sich sicher, Frieden fängt im Kleinen an: „Man darf nicht erwarten, dass nur die große Politik für den Frieden zuständig ist. Sondern man muss sich immer wieder selber fragen: Wie friedfertig bin ich zum Beispiel im Umgang mit meiner Familie und mit Kollegen“, findet er. „Das hört sich vielleicht illusionär an. Aber ich glaube, so kann sich Frieden entwickeln.“

Entstanden ist die Idee für eine Nacht der Lichter eher durch Zufall. Seit 1995 treffen sich Christen aller Konfessionen einmal im Monat in der Markuskapelle von Altenberg um gemeinsam zu beten. „Wir waren vor zehn Jahren in Taizé und wollten diese Form des Gebetes auch hier zu Hause weiterführen“, erklärt Roland Wagner. Als vor ein paar Jahren die Markuskapelle renoviert wurde, musste der Taizé-Kreis in den Dom ausweichen. „Da haben wir uns gedacht: Wir machen was Großes draus.“ Mittlerweile ist die Nacht der Lichter eine feste Einrichtung. Im nächsten Jahr ist sie wieder am vierten Adventssonntag geplant.

(KR)


     
   
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