STORY:
 

 

Derek (Edward Norton) ist der Märtyrer der Skins von Venice Beach. Eine Kultfigur unter den Neonazis von Südkalifornien. Vor über drei Jahren hat der charismatische junge Mann, dessen Oberkörper eine riesige Hakenkreuz-Tätowierung ziert, in fanatischer Wut drei schwarze Autoknacker umgebracht. Heute wurde er aus der Haft entlassen. Am Abend will seine Gemeinde eine riesige Party feiern. Und morgen früh kann dann der Krieg weitergehen. Danny (Edward Furlong) liebt seinen älteren Bruder abgöttisch. Um Derek zu beeindrucken, versucht auch er ein vorbildlicher Skinhead, ein würdiger Vertreter der White-Power-Bewegung zu werden. Aber Derek ist nicht beeindruckt. Im Gegenteil. Das Gefängnis hat einen anderen Menschen aus ihm gemacht. Haß hat keine Zukunft. Derek will einen anderen Weg gehen. Aber noch sind seine alten Freunde da. Und vor allem seine alten Feinde.


INFOS:
 

 

American History X ist das Debüt des 28-jährigen Drehbuchautors David McKenna, der am Rande der bisweilen sehr gewalttätigen Punkszene von Los Angeles aufgewachsen ist. Die Wurzeln der Gewalt, die er so grandios beschreibt, kennt McKenna aus nächster Nähe. "Ich habe soviel Gewalt miterlebt, bis ich schließlich selbst etwas über diese Menschen schreiben wollte, die sich Haß zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben. Ich wollte in meinem Drehbuch klar zum Ausdruck bringen, dass niemand als Rassist auf die Welt kommt. Rassismus wird angelernt, wird beigebracht vom Umfeld und von den Menschen, mit denen man zu tun hat. Mich fasziniert die Frage, warum Menschen hassen und wie man das ändern kann."

Dem britischen Regisseur Tony Kaye, der zuvor nur durch Werbespots (Dunlop, Nike, Volkswagen) und Musikvideos auf sich aufmerksam machte, gelang es, den Realismus des Skripts in eine kongeniale Bildsprache zu übertragen. Merkwürdig, dass gerade er auch im Mittelpunkt eines Skandals stand, der seinem (mit nur 9,5 Millionen Dollar für Hollywood ungewöhnlich billigen) Film jede Chance auf einen Oscar raubte: Kaye konnte mit der Endfassung von American History X - die gegen seinen Willen von Oscar-Preisträger Jerry Greenberg (The French Connection) und Edward Norton selbst geschnitten wurde – so wenig anfangen, dass er (freilich vergeblich) versuchte seinen Namen aus dem Vorspann entfernen zu lassen.


FILMKRITIKEN:

 

Dirk Jasper (CyberKino): Eine harte und beeindruckende Darstellung des alltäglichen Rechtsextremismus in den USA. Ein schockierender Film über Gewalt und Fanatismus.

kultur SPIEGEL 03/1999: Wieder mal ist ein Werber in Hollywood gescheitert. Der englische Regisseur Tony Kaye war mit seinem Film über jugendliche US-Nazis so unzufrieden, daß er seinen Namen zurückziehen wollte und nun auf 200 Millionen Dollar Rufschädigung klagt. Wer immer auch schuld hat an dem Debakel - von den ambitionierten Plänen des Regisseurs ist nicht viel übriggeblieben: zwar spielen die Hauptdarsteller Edward Norton und Edward Furlong ein brillantes Brüderpaar, aber der psychologisierende Gestus des Films wirkt bieder und platt, die Gewaltszenen sund überinszeniert.

film-dienst 04/1999: Obwohl die herausragende Reflexion über Gewalt und Rassismus überzeugend gespielt ist und sich abseits gängiger Kinokonventionen bewegt, kann der in seinen Absichten eindeutige Film dennoch für eine rechte Ideologie mißbraucht werden.

TV Spielfilm 05/1999: Ein starkes Gesellschaftsdrama - mitunter etwas formelhaft, aber insgesamt überzeugend.

Cinema 03/1999: Die wundersame Wandlung eines US-Nazis im Gefängnis? Äußerst seltsame These, phantastischer Film.

TV Movie 05/1999: Fanatismus und Haß - schockierend real.


OSCAR:
 
Oscar-Nominierung für 1998 für Edward Norton (Hauptdarsteller)