Leben im Labor verlängert

 

Forscher überwanden im Versuch die Zellalterung

Das Leben menschlicher Zellen läßt sich im Labor künstlich verlängern. Amerikanische Forscher am Southwestern Medical Center der Universität in Dallas erwarten, daß sich mit ihrer Entdeckung die Zellalterung überwinden läßt: "Wir versprechen uns eine Verlängerung der Lebensspanne", erläuterte der Wissenschaftler Woodring Wright am Mittwoch.

 

Woodring Wright (r.) und Jerry Shay

 

 

Allerdings eröffne sich nun die Möglichkeit, Patienten Zellen zu entnehmen, zu verjüngen und zu manipulieren, um damit eine Reihe genetischer und anderer Krankheiten zu behandeln. Die Aktien der kalifornischen Biotechnologie-Firma Geron Corp., mit der die Forscher kooperieren, stiegen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse blitzartig um 40 Prozent auf knapp 15 Dollar.

Für gewöhnlich haben menschliche Zellen nur eine begrenzte Lebensdauer, berichten Wright und seine Kollegen auch in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" (Bd.279, Nr. 5349, S.349). Ist die biologische Uhr abgelaufen, stirbt die Zelle. Eine wichtige Kontrollfunktion haben dabei die Telomere genannten Enden der 46 Chromosomen. Bei jeder Zellteilung werden mit den Erbmolekülen (DNA) auch diese Endbereiche verdoppelt, die dabei allerdings an Länge einbüßen. Sind die Telomere schließlich zu kurz, wird die DNA abgebaut.

Natürlichen Mechanismus genutzt

Keim- und Tumorzellen teilen sich hingegen fast unbegrenzt, weil sie ihre Telomere dank eines Enzyms immer wieder verlängern können. Diesen natürlichen Mechanismus nutzten die Forscher, indem sie das Telomerase genannte Enzym künstlich in menschliche Zellen eingeschleusten. Diese teilten sich daraufhin weiter, ohne sichtbare Anomalien aufzuwiesen.

 

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