Die im Mittelmeer lebende Qualle mit dem Namen "Turritopsos nutricula" ist - sofern sie nicht gefressen wird - unsterblich.
Diesen Fund machte jetzt
Ferdinand Boero, Meeresbiologe an der italienischen Universität Lecce. Der Forscher
studierte in seinem Labor den Lebenszyklus der Qualle. Dabei beobachtete er folgendes:
Wenn das Tier gealtert ist und seine Körperzellen ihre Funktionen nicht mehr optimal
erfüllen, sinkt es zu Boden und regeneriert sich von Grund auf.
"Die Zellen der Qualle dedifferenzieren sich, sie verlieren also den differenzierten Status von Nerven- und anderen Zellen und kehren in einen Zustand zurück, der - einfach gesagt - der sehr frühen Kindheit der Qualle entspricht", erklärte Boero gegenüber dem Deutschlandfunk.
Tierische Zellen eines sehr jungen, nicht ausdifferenzierten Organismus können sich noch in alle Körperzellen des werdenden Lebewesens verwandeln.
Bisher gingen Biologen davon aus, dass der Differenzierungsprozeß nicht global umkehrbar ist. "Turritopsos nutricula" verfügt jedoch über ein Zellprogramm, das die Umkehrung offenbar ermöglicht.
Boero: "Dieser Vorgang ist in der Tierwelt einmalig."
Quelle: Andreas Wawrzinek, DLF, 9.3.1999
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