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Tanzania, Kilimanjaro
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Von:achim-schmitt@web.de
An:Reisemail
Datum:03.05.02 11:07:34
Betreff:"Don't worry. We are together."

Jambo!

herzliche Gruesse aus Moshi am Fusse des Kili von den grossartigen, erfolgreichsten und ausdauerndsten Kilimanjaro-Besteigern der heutigen Zeit! Mit Stolz berichten wir, dass wir am Mi, den 1.5.2002 um 8 Uhr morgens den Uhuru-Peak, den mit 5896m hoechsten Gipfel Afrikas, erreicht haben und inzwischen wieder unten sind!

Schnell hatten wir uns entschieden, trotz Regenzeit den Kili zu besteigen und haben deshalb Kenya fast schneller verlassen, als uns lieb war. IN Tanzania (Arusha und Moshi)haben wir uns dann 2 Tage lang informiert und uns dann fuer die 5-Tage "Standard"-Route entschieden. Am Sonntag ging's mit 2 Fuehrern und 4 Traegern los. Das ist zwar fast dekadent, aber kaum anders machbar. Ausserdem ist ein Fuehrer und ein Traeger obligatorisch. Jetzt kann ich nur sagen, dass es eine sehr angenehme Art des Wanderns ist, wenn man nur ein paar Sachen schleppen muss und man bei Ankunft in der Huette erst mal Tee und dann ein ordentliches Abendessen kriegt...

Los ging es am Marangu-Gate auf 1900m Hoehe. Der erste Tag ist kurz, man steigt auf 2700m in ca. 4-5 h und lauft dabei durch verwunschenen, sehr dichten Regenwald. Auf der Hoehe ist es auch Nachts noch recht warm mit 10-12 Grad.
Der 2. Tag bringt einen recht schnell an die Baumgrenze bei ca. 3200m und man hat erstmals Sicht und Panorama...wenn das Wetter mitspielt. Hat es bei uns natuerlich nicht, so dass es fuer uns eher eine feuchtfroehliche Wanderung durch Wolken war.Nach 6-7 h erreihten wir die naechste Huette auf 3700m. Und hier isses dann abends richtig kalt (weil auch feucht). Der Huettenstandard ist im uebrigen nicht mit den Alpen vergleichbar. Mehr als eine Huette mit Matratzen drin gibt's nicht. So mussten wir leider auf eiun gemuetliches Kaminfeuer verzichten...

Am 3. Tag wird die Luft dann schon erheblich duenner. Genauso wie die Vegetation, die sich so bei 4300m endgueltig verabschiedet und einen in eine wuestenartige Mondlandschaft verlaesst. Hier bemerkt man kaum, dass es noch immer steil bergauf geht und man wundert sih, warum man egentlich immer langsamer wird und trotzdem so ausser Puste ist. Am fruehen morgen und kurz vor Sonnen untergang wird man dann aber jeden Tag mit phantastischen Panorama belohnt. Auf 4700m machen wir kaum mehr als uns schnellst moeglich in die Schlafsaecke zu verkriechen, die Kopfschmerzen zu behandeln und warm zu werden.

Der 4. Tag ist Gipfeltag! Die Nacht ist entsprechend kurz - um 1 Uhr geht's bei Mondschein los. Weit kann man logischerweise nicht sehen und das ist auch gut so. Es geht naemlich aeusserst steil und in Serpentinen eine recht weiche Rinne hoch und hoch und hoch...
Uns geht es erstaunlich gut. Nur ich habe weiterhin Kopfschmerzen - eigentlich ist s normal, dass man so bei 5200m erstmal kotzen muss, sagt unser Fuehrer. Das bleibt uns glecklicherweise erspart.
Wir sind als letzte von der Huette gestartet und sind bei ca. 5400m poetzlich die ersten! Zwei japanische Einzelgaenger, eine Gruppe von 9 Japanern und noch ein Einzelgaenger haben wir ueberholt, vor allem wohl, weil unser Fuehrer uns hervorragend eingestellt und vorbereitet hat. "Pole, Pole" (Langsam, Langsam) heissen die Zauberworte. Und so erreichen wir dann gegen 6 Uhr, puenktlich zum Sonnenaufgang, Gilmans Point auf 5685m. Erreicht man diesen Gipfel, gilt das schon als Bestiegen! Ich muss sagen, dass ich mich schon besser gefuehlt habe im Leben, als zu diesem Zeitpunkt. Der Kopf haemmert, mir ist schwindelig und schlecht und ausserdem ist es saukat. Trotz der Anstrengung wird man nicht mehr richtig warm. Susi geht's da schon besser.
Aber die Erloesung kommt in Form der aufgehenden Sonne, die einen erwaermt. Und so stapfen wir weiter durch den Schnee zum hoechsten Gipfel Afrikas. Das Wetter belohnt uns mit 2 h Sonnne und bestem Panorama und am Uhuru-Peak fallen wir uns erschoepft und gluecklich in die Arme. Jetzt wissen wir, dass es keine Selbstverstaendlichkeit ist, diesen Gipfel zu erreichen!

Der Rueckweg verlaeuft dann ziemlich in Trance, da us die Muedigkeit eingeholt hat. Nach 7h Aufstieg sind wir bereits nach 2h wieder auf der Huette und schlafen eine Runde.
Verwunderlich wie gut es uns ging danach. Weitere 3 h bringen uns wieder auf 3700 m und hier ist die Luft wieder richtig fett!

An diesem Tag hat es nur noch ein Japaner so weit geschafft - 4h nach uns. Der Rest musste umkehren. Und der letzte Japaner ist dann noch kurz vor dem Ziel umgekippt und sein Fuehrer gleich mit. Das Rettungsteam hat die beiden erst am naechsten Morgen gegen 6 Uhr gefunden - gluecklicherweise lebendig, da es "nur" -5 Grad waren in der Nacht. Uns hat das jedenfalls wieder deutlich gemacht, wie gefaehrlich dieser Berg sein kann.

Der 5. Tag bringt einen nach 23 km Abstieg wieder zurueck. Gluecklich und muede geniessen wir noch ein paar Bier und schlafen dann 12 h.

So, Mission erfuellt, sogar 2 Monate frueher als geplant. Jetzt werden wir also doch noch "Transafrika" machen und bis Kapstadt fahren. Aber erst mal geht's an die tanzanische Kueste zur Erholung!

Lasst es Euch gut gehen,
Achim mit Gruessen von Susi

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