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Äthiopien, Nord-Kenia
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Jambo! lange Zeit haben wir uns nun nicht gemeldet - und das aus gutem Grund. Seit wir in Wadi Halfa im Sudan angekommen sind, hatten wir naemlich die Zivilisation nach europaeischen Masstaeben verlassen (mit kurzer Unterbrechung in Khartoum). Nun hat sie uns wieder zurueck, die Zivilisation, da wir in Nairobi, Kenya, angekommen sind. Aber in Kuerze von vorn: Recht schnell haben wir den wunderbaren Sudan hinter uns gelassen. Getrieben hat uns dabei die sengende Hitze. Da man ohnehin nichts unternehmen konnte, entschlossen wir uns, schnellstmoeglich das aethiopische Hochland zu erreichen. Aber wir kommen wieder, hier gibt's noch viel zu sehen!
Andererseits ist dieses Land landschaftlich so ziemlich das schoenste, was ich bisher in meinem Leben gesehen habe. Dadurch das ein grosser Teil des Landes auf einer Ebene ueber 2000m liegt, ist das Klima sehr angenehm. Zudem wird das Land durch das Rift Valley geteilt. Dadurch ist es landschaftlich extrem vielfaeltig: von quasi alpinen Regionen ueber Regenwaelder bis hin zu Savannen und Wuesten findet man alles. Entsprechend abwechselungsreich ist auch die Tierwelt. Nachdem wir uns auf die Hochebene auf 2500m hochgeschleppt hatten, sind wir zunaechst nach Gonder den hiesigen Honigwein probieren. Sehr sueffig, nach totaler Abstinenz im Sudan. Weiter ging's dann an den Lake Tana, ein riesiger See aus dem der Blauer Nil nach Norden fliesst. Ein Vogelparadies ohne Gleichen und ein traumhaftes Plaetzchen zum Campen. Und den Abstecher zu den Blue Nile Falls, die wirklich beeindruckend sind, haben wir uns auch nicht entgehen lassen. Entgehen lassen haben wir uns dagegen die beruehmten Felsenkirchen von Lalibela. Hier mussten wir den Schotterpisten Tribut zollen - wir haten einfach keine Lust, fuer die Kirchen einen 300km langen Umweg (=2-3 Tage) ueber Schotter in Kauf zu nehmen. Der gemeine Aethiopien- Tourist (ja, den gibt es auch, warum auch nicht), fliegt solche Strecken.
Aber jetzt die Preisfrage: warum wachsen hier in der Gegend noch bis ca. 3300 m Hoehe riesige Baeume und in Europa ist die Baumgrenze schon bei ca. 2200m? Am waermeren Klima allein kann es nicht liegen, sonst muessten hier auch auf ueber 4000m noch Baeume wachsen. Ueber Theorien oder gar professionelle Antworten waere ich sehr verbunden! Nach ein paar wundervollen Tagen im Gebirge und 3 Tagen Rueckfahrt zur Teerstrasse sind wir dann gen Moyale, zur kenyanischen Grenze gebraust. Also landschaftlich ist Aethiopien ein Juwel und es gibt massenhaft zu entdecken. Wir hier hinfaehrt, muss allerdings (neben guter Ausruestung) einen grossen Sack voll guter Nerven fuer den Umgang mit den Menschen hier mitbringen. Zwar trifft man viele freundliche Menschen, aber bei weitem nicht alle sind Weissen gegenueber freundlich gesonnen. In einigen Gegenden wird man gern mal mit Steinen beworfen und gebettelt und geglotzt wird permanent. "Mister, give me a lot of money." sprach mich mal einer an und das haette mich bald vom Motorrad gehauen! Zu seinem Glueck stellte sich heraus, dass er kein Wort mehr Englisch konnte als diese 7... Zu dieser Situation haben leider die internationalen Hilfsprojekte nicht
unwesentlich beigetragen, die wohl nicht alle sonderlich hilfreich waren
und durch die viele Menschen gelernt haben, das Weisse nur dazu da sind, um
etwas kostenlos abzugeben. Die Strassenlage, die uns auf kenyanischer Seite empfing, spottete jeder Beschreibung. Diese Piste als Strasse zu bezeichnen, ist Hohn. 500km Schlagloecher, Steine, Schotter, Spurrillen und Wellblech bis einem das Hirn weich wird. In zwei anstrengenden Tagen haben wir diesen Weg hinter uns gelassen. Im Gegensatz zu einigen anderen Pisten war diese nicht unbedingt gefaehrlich, dafuer aber die unangenehmste und materialmordendste, die wir bisher hatten. Nicht umsonst haben uns einige Afrika-Erfahrene gesagt, dass dies wohl die schlechteste Piste in ganz Ostafrika ist.... Nachdem wir den sehnlich erwarteten Asphalt erreicht hatten, hatten wir bereits gut die Haelfte Kenyas durchquert. Hier im Norden gibt es allerdings nicht so viel zu sehen, die Grenzen zu Somalia und dem Sudan sind unruhig und das Fortkommen ist muehsam, weshalb dies nicht ganz so schlimm ist. Der Sueden bietet dagegen so viel, dass wir bis heute noch keinen Ueberblick haben, was wir eigentlich noch machen wollen. Massenweise Nationalparks, Berge, Seen und die Kueste will gesehen werden. Da faellt es schwer, eine kleine Auswahl zu treffen. Zudem sind wir gerade in der Regenzeit hier, wo dann die eine oder andere Aktivitaet buchstaeblich im Matsch stecken bleiben kann. Deshalb haben wir es uns erst mal am Fusse des Mt. Kenya in der schoensten Lodge, in der wir bisher waren gemuetlich gemacht, unsere Wunden geleckt und die Motorraeder repariert (Gepaecktraeger und Boxen gebrochen, Spiegel abvibriert, Loch im Kuehler, Verkleidung gebrochen und in einer Box eine Mischung aus 250 gr. Kouskous und 500ml Motoroel entfernt... - also nix Ernstes).
Nairobi ist das Schlaraffenland, von dem man anfaengt zu traeumen, wenn man lange in armen Regionen unterwegs ist. Hier gibt's fast alles zu kaufen, insbesondere jedes Essen, was das Herz schon lange mal wieder begehrt. Also haben wir uns gut eingedeckt (sogar Muesli haben wir bekommen!) und fahren jetzt weiter nach.... ja, hm,das wissen wir eben noch nicht so recht. Vieleicht zur Kueste, vielleicht gen Westen in die Berge oder aber direkt nach Tanzania. Jedenfalls haben wir beschlossen, ungeachtet der Regenzeit in Baelde den Kili in Angriff zu nehmen und dann noch weiter bis Capetown zu fahren. Somit wird unsere Reise nun doch eine Transafrika-Tour - aber in Afrika muss man eben flexibel sein! Wie kann es angehen, dass dieser Vorstadtverein Leverkusen Deutscher
Meister wird? Kann man das noch verhindern? Was macht der Job? Truebe? War schon mal jemand in Kenya oder suedlich? Wenn ja, freuen wir uns ueber jeden Tipp! Die naechste Mail kommt wieder schneller. Lasst es Euch gut gehen, |
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